
Dr. Mathias Middelberg (CDU) im Gespräch mit einem Bürger
Wie CDU-Politiker Dr. Mathias Middelberg um ein Direktmandat kämpft
Osnabrück. Der Continental-MitarbeiterAbdelaziz Boussir wartet geduldig. Er steht neben Dr. Mathias Middelberg und harrt aus bis dieser für ihn Zeit hat. Dann spricht er schnell aus, was ihm auf dem Herzen liegt: „Warum soll ich CDU wählen“, fragt Bouzzir den Unionspolitiker. Sofort hat Middelberg eine Antwort parat: „Wir stärken das Wachstum“.
In der Osnabrücker Innenstadt macht der CDU-Politiker zusammen mit ein paar Helfern Bundestagswahlkampf. Er will sich dieses Jahr gegen seinen großen Konkurrenten, den Sozialdemokraten Dr. Martin Schwanholz, durchsetzen. 2005 hatte Middelberg noch knapp das Nachsehen und zog nicht in den Bundestag ein.
Im Minutentakt kommen Bürger auf ihn zu und stellen dem Unionspolitiker fragen. Die Antworten des Polit-Profis kommen wie vom Fließband. Alles scheint einstudiert. Auf jeden unentschlossenen Wähler geht er individuell ein. Bouzzir konnte er mit seinen Polit-Floskeln übrigens beeinflussen. „Herr Middelberg hat mich überzeugt, weil sich die CDU dafür einsetzt, meinen Arbeitsplatz zu erhalten“, freut sich Bouzzir.
Jedoch lassen sich nicht alle Passanten so schnell zum CDU-Liebhaber machen. Hans Reker zum Beispiel geht zu jedem Partei-Stand, um sich Informationsmaterial zu besorgen. „Egal ob CDU oder Die Linke, ich lese mir die Programme durch und entscheide danach bei welcher Partei ich mein Kreuzchen mache“, erklärt Reker seine Vorgehensweise. Ähnlich geht auch Annelies Nitsche vor. Sie informiere sich bei fast allen Parteien, um danach die richtige Enscheidung zu treffen. „Ich bin der Meinung, dass man nicht personenbezogen wählen sollte. Ich wähle nach den Programmen.“, fügt Nitsche noch hinzu.
Während Middelberg mit den Wählern diskutiert, verteilen seine Wahlhelfer fleißig Werbematerial. Ob Kugelschreiber, Luftballons oder Einkauf-Chips, alles, was den Schrifzug „CDU“ trägt, verteilen die Wahlkämpfer.
Lukas Lüpke hilft dem Bundestagskandidaten. Der 20-jährige ist Mitglied der Jungen Union. „Wir sprechen die Bürger auf der Straße an, um Zweifel auszuräumen und um das Wahlprogramm zu erklären“, so Lüpke.
„Mit Gummibärchen und CDU-Luftballons wollen wir für uns werben und uns verkaufen“, erläutert der Jungunionist den Sinn des Werbematerials.
Während dessen ist Middelberg weiterhin auf Stimmenfang. Bei einer Diskussion über die Kern-Energie wird er auch mal unsachlich: „Bundesumweltminister Gabriel ist einer der unsolidesten Politiker, die wir haben“, rutscht es ihm heraus. Dabei verliert er sein Ziel, das Direktmandat, nicht aus den Augen. Als ihn ein Bürger auf die FDP anspricht, lautet die Antwort: „Jeder, der mit seiner Erststimme eine kleine Partei wählt, verschenkt sie“.
Middelberg bleibt allerdings nicht lange am Wahlstand. Es ist Wahlkampf und die nächsten Termine warten schon. Die nächsten Wähler müssen überzeugt werden.
Von Jan Markus Schütz




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